Spanien

An der Küste auf dem Weg nach Spanien

Spanien

6.–17. Januar 2016 · Reisetage 6–17

An der Küste auf dem Weg nach Spanien

Corçà

6. Januar 2016 · Reisetag 6

Über die Küstenstraßen fahren wir am folgenden Tag weiter bis zur spanischen Grenze. Endlich wärmen uns die ersten Sonnenstrahlen genug für einen Kaffee im Freien.

Die französischen Dörfer liegen charmant an der Küste. Svenja erprobt die Kurven und strapaziert dabei die Kupplung. Obwohl wir uns vorgenommen haben, möglichst nicht im Dunkeln zu fahren, fahren wir weiter, bis wir weit im Hinterland ein charmantes Bed & Breakfast finden. Schon an der Tür begrüßt uns freudig ein grauer Wischmopp, der portugiesische Wasserhund „Pomelo“. Da fühlen wir uns gleich richtig wohl.

Übernachtung: Casa Matilda Bed and Breakfast (1)

Valencia

7.–8. Januar 2016 · Reisetage 7–8

Der nächste Stopp ist Valencia. Über Booking.com reservieren wir erst ein kleines Apartment in der Altstadt und müssen dann feststellen, dass durch die kleinen Gassen kein Durchkommen mit unserem Buschtaxi ist. Vom langen Umhersuchen und der Fahrweise der Spanier ziemlich genervt fährt Hannes aus der Stadt. Wir finden am Rande des Zentrums doch noch ein tolles Hotel und leckere Tapas.

Statt mit dem Buschtaxi geht es am nächsten Tag mit dem Bus in die Stadt zum Frühstück. Valencia gefällt uns gut. Wir sind begeistert von der Markthalle, ein gelungenes Werk des Modernisme, der spanischen Form des Jugendstils. Die unzähligen Stände mit schön präsentierten Lebensmitteln, die nur frische Gerichte anbietenden Restaurants und die kleinen hübschen Cafés werden offensichtlich gerne besucht. Wir fragen uns, warum das in der Schrannenhalle in München nicht funktioniert.

Das bedeutendste alte Bauwerk der Stadt ist die Lonja de la Seda, die ehemalige Seidenbörse. Sie gilt als eines der bedeutendsten Beispiele der Gotik in Spanien. Der ausgiebige Besuch mit Audioguide lohnt sich, besonders die Säulenhalle fasziniert uns.

Wir besuchen noch das Kunstmuseum auf der Suche nach guten Bildern. Diese finden wir dort nur vereinzelt. Im Stadtpark können wir nachmittags wunderbar die vier Kilometer zurück zu unserem Hotel laufen. Dabei kommen wir an den vielen Bauwerken des Architekten Santiago Calatrava vorbei, die das Stadtbild des modernen Valencia unverwechselbar machen.

Svenja ist gegen 19.30 Uhr dem Hungertod nahe. Die spanischen Essgewohnheiten stoßen bei ihr auf großes Unverständnis. Hier gibt es, um diese Uhrzeit, wenn überhaupt, kleine Tapas und erst ab 22 Uhr wird richtig essen gegangen. Wir starten mit einem kleinen Sandwich und kommen an einem italienischen Lokal vorbei. Die Pasta ist ungenießbar und Hannes amüsiert sich den ganzen Abend, während er nur Brot und Oliven isst. Er hatte Svenja erfolglos davor gewarnt, dass man in Spanien auf keinen Fall italienisch essen gehen dürfe.

Im Hotel beschäftigen wir uns noch mit der Möglichkeit, weiter als Marokko zu fahren, nach Mauretanien. Es gibt viele verschiedene Angaben zu den Visabestimmungen und der angeblich schwierigen Grenze, je nachdem, auf welcher Botschaftsseite man liest. Wir verlassen uns eher auf aktuelle Erfahrungen anderer Reisender und freunden uns schon mal mit der Idee an, auch dieses Land zu besuchen.

Übernachtung: Hotel Ilunion Aqua (3)

Águilas

9. Januar 2016 · Reisetag 9

Bisher haben wir, unserem Plan entsprechend, hauptsächlich in kleinen Hotels oder Bed & Breakfast geschlafen. Im Auto wollen wir vor allem in einsamen Gegenden übernachten. Oder wenn die im Hotel angebotenen Kakerlaken die schlechtere Alternative sind. Gegen 15 Uhr scheint die Sonne aber so stark, dass wir Lust auf Camping bekommen. Wir suchen einen Campingplatz aus, der auf der eigentlich empfehlenswerten Camping-App „Park4Night“ beschrieben ist. Hannes möchte gar nicht aussteigen, als er das sieht: 200 große Plastikwohnmobile, im Fachjargon der Offroader verächtlich „Joghurtbecher“ genannt, sind so dicht aneinandergestellt, dass man den Nachbarn schnarchen hören muss. Drumherum jede Menge Rentner beim Kartenspielen mit Dosenbier. Bloß schnell weg hier, so haben wir uns den romantischen Campingplatz am Meer nicht vorgestellt. Es läuft dann doch auf ein Hotel hinaus, da wir keinen wilden Platz finden. Das Abendessen im Hotel entschädigt uns und Svenja wird endlich richtig satt.

Übernachtung: Hotel Puerto Juan Montiel (3)

Granada

10.–11. Januar 2016 · Reisetage 10–11

Auf unserer Reise fällt auf, wie hässlich der Großteil der spanischen Küste ist. Es ist kein charmantes Dorf wie in Frankreich oder Portugal zu finden, alles ist mit Betonburgen zugebaut und völlig überlaufen. Der spanische Denkmalschutz hatte früher scheinbar keine große Bedeutung. Fährt man etwas ins Landesinnere, findet man jedoch traumhafte Landschaften. Auf der Straße Richtung Granada liegen rechts und links von uns vertrocknete Hügellandschaften. Durch diese haben wir einen tollen Blick auf die verschneiten Gipfel der Sierra Nevada. Das Licht und die Stimmung bei untergehender Sonne sind fantastisch.

Wir machen Halt an der Alhambra. Ihr Hintergrund ist eine faszinierende Geschichte und mal wieder verwundern uns die Sitten anderer Zeiten. Ein maurischer Herrscher baute sich eine aufwändig und extrem geschmückte Palastanlage mit eigener Festungsmauer und bis heute weltberühmten Gärten. Eine kleine Stadt, abgeschottet vom Volk.

Übernachtung: Guadalupe Hotel (2)

Málaga

12.–17. Januar 2016 · Reisetage 12–17

Das schlechte Radio im Auto beantwortet die Frage, was wir als Nächstes machen. Ohne gute Musik nach Afrika fahren? Undenkbar für uns. Vor allem Hannes weigert sich, ohne seine tägliche Portion Opernmusik zu reisen. In der Nähe von Málaga suchen wir eine Fachwerkstatt, vereinbaren einen Einbautermin in vier Tagen und ziehen in ein gemütliches Bed & Breakfast "At Home", von dem aus wir alles organisieren können. Hier fühlen wir uns wirklich zu Hause. Wir sind die einzigen Gäste und teilen uns das Haus mit den Eigentümern. Diese kommen aus Chile und sind zur Ausbildung ihrer vier Töchter nach Spanien ausgewandert. Wir werden rundum bestens versorgt und haben endlich Zeit, uns mit unserer Internetseite zu beschäftigen.

An einem Nachmittag schlendern wir durch die Gassen Málagas. Die Kathedrale, Umbau einer Moschee, zeigt so ziemlich sämtliche Bauformen. Sie sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus. Nach ein paar Tapas in der Sonne am Hauptplatz zieht es uns noch in das Picasso-Museum. Das Museum mit einer Sonderausstellung über die deutschen Expressionisten bekommt von Hannes die Note hervorragend, was eine Seltenheit ist. Es wird ein gemütlicher Tag in der schönen Stadt.

Freitags fahren wir vormittags das Auto in die Werkstatt, Auto Radio Moreno. Ein Teil wird erst gegen Mittag geliefert. Wir stellen uns auf einen langen Tag ein. Der Auftrag ist für Jesus, dem Inhaber des Betriebs, herausfordernd. Nicht nur, dass er ein so massives Auto noch nie hatte: Der Einbau der Anlage muss auch noch vor der Werkstatt erfolgen, auf dem Bürgersteig in der Innenstadt. Das Buschtaxi ist mit seinen 2,70 m zu hoch für die Werkstatt. Ein Umstand, der auch jede Tiefgarage für uns unbrauchbar macht.

Gegen 14 Uhr schauen wir wie vereinbart wieder vorbei und müssen lachen. Von zwei bis fünf ist Siesta, alle Geschäfte sind geschlossen. Auch Jesus ist vermutlich beim ausgiebigen Mittagessen. Allen vorherigen Bedenken zum Trotz ist das Resultat aber gut. Ein perfekter Einbau, alle Kabel sind unsichtbar verlegt. Wir sind nun vermutlich auch das einzige Buschtaxi weltweit mit Android-Auto-System. Die Erfahrung nehmen wir mit für sicher noch kommende Erlebnisse. Hat man Zeit, löst sich so manches Problem von selbst. Und andere Länder haben einen anderen Umgang mit Zeit.

Übernachtung: Bed & Breakfast At Home in Málaga (1)

Für zwei Wochen müssen wir zurück nach München und stellen das Auto am Flughafen Málaga sicher ab bei: Costa Golf Parking, 49 Euro für zwei Wochen inklusive Autowäsche und Shuttle zum Flughafen.